Rennrad-Fieber
 
Samstag, 4. Februar 2012
Schwarzwald 2007 - Tag 2

Auf steilen Umwegen zur Hornisgrinde 

Streckenverlauf: Altschweier, Bühl, Ottersweier, Sasbach, Sasbachwalden, Schönbüch, Ottenhöfen im Schwarzwald, Unterwasser, Allerheiligenstraße, B500, Mummelsee, Hornisgrinde, Stecken, Längenberg, Sand, Herrenwies, Hundsbach, Hundseck, B500, Lichtental, Baden-Baden, Steinbach, Neuweier, Eisental, Altschweier

 

 Der vorherige Tag hatte sicherlich seine Spuren hinterlassen, jedoch waren wir zuversichtlich, auf dem Rad die Beine wieder "frei" fahren zu können. Da am heutigen Tage auch die Abreise auf dem Programm stand, mussten wir das Zimmer räumen und das Auto geschickt packen, um später nicht erneut umräumen zu müssen.
Unsere Tour starteten wir nicht in Gernsbach, sondern nach kurzem Autostück in Altschweier bei Bühl. Die ersten Kilometer kamen uns sehr entgegen, denn es war flach und wunderbar zum einrollen geeignet. Die Beine tauten so langsam auf (nein es war nicht kalt, ganz in Gegentleil) und der lange Anstieg Richtung Hornisgrinde durfte folgen. In Sasbachwalden wurden wir zwar blumig empfangen, doch am Ortsausgang war es erstmal vorbei mit farbenprächtigen Schriftzügen (Bild 1). Ab hier dominierte die rot-schwarze Farbe vor den Augen, die augenblicklich in einem 12% Steilstück über etliche Meter aufkam. Immerhin war mit Sicht des obigen Warnschildes "12% - 2km - Motorbremse" klar, dass die geringe Geschwindigkeit nicht rein dem gestrigen Tage zu verdanken war.

Den eigentlichen Anstieg zur Hornisgrinde über Brandmatt ließen wir unbedacht links liegen und fuhren mindestens genauso anspruchsvoll über die winzige Ortschaft Schönbüch. Die Straße wurde immer schmaler und pendelte sich im zweistelligen Steigungsprozentbereich ein.  Auch auf diesem Stück machten wir etliche Bilder, denn das Panorama wurde mit jedem Höhenmeter großartiger und gab einen guten Hintergrund der kämpferischen Fahrstile ab.
Dieser Umweg zur Hornisgrinde ist keine reine Auffahrt, es schiebt sich eine Abfahrt nach Ottenhöfen auf ca. 300m ü.NN dazwischen. Demnach begann das Spiel erneut, schließlich lag unser Ziel über 1100m ü.NN. Kurz vor der Ortschaft Allerheiligen folgten wir der gleichnamigen Straße Richtung der Schwarzwaldhochstraße B500. Ein wirklich traumhaftes Tourenstück: Die schmale, kurvenreiche Straße schlängelt sich abseits des motorisierten Verkehrs durch den Wald den Berg hinauf und wartet mit der ein oder anderen Überraschung auf (Bild 2). 

 Die Fahrt auf der B500 ist auf dem Hochplateau im oberen Teil ganz und gar kein Schmankerl. Die Straße ist zwar optimal ausgebaut und trotz des doch regen Verkehrs auch für Radfahrer noch gut und sicher zu befahren, dennoch verlief die restliche Anfahrt zur Hornisgrinde sehr zäh. Sobald man dann bei gutem Wetter größere Auto- und Menschenmassen zu sehen bekommt, weiß man, dass man den Mummelsee und das dortige Berghotel mit Café und Restaurant erreicht hat. Es war wirklich jede menge Trubel, beim Anblick dieser "Idylle" aber auch verständlich.
Wir wollten aber nicht gleich Rast machen, schließlich wussten wir, dass unser Ziel noch einige Höhenmeter oberhalb des Mummelsees lag. Also folgen wir mit entschlossenem Tritt dem Wege und ließen uns von den alle 10 Höhenmetern auf dem Asphalte vermerkten Markierungen nur noch mehr antreiben. Oben angekommen, versuchten wir tolle landschaftliche Ausblicke zu ergattern, leider wurden wir aber etwas enttäuscht, da die Spitze etwas platt gedrückt ist und größtenteils ein Hochmoor darstellt. Trotzdem gut genug für eine Pause, ebenso wie das am Mummelsee befindliche Backhäusle mit altem Holzofen und fantastischen Salzbrezeln (Bild 3).

 Anschließend beschäftigten wir uns damit, wie könnte es anders sein, weitere Höhenmeter zu sammeln. Wir fuhren rasant von der B500 Richtung Längenberg ab, um von dort wieder zur Hochstraße aufzufahren. Die Verbindung führte über den Wiedenfelsen und einer dort befindlichen 180° Kehre, inmitten ein kleines Kiosk mit kühlen Getränken und Eis. Bei den schon lange vorherschenden Hochsommertemperaturen und der momentan meist unbeschatteten Auffahrt, gönnten wir uns eine kurze Erfrischung und konnten somit auch das schöne Panorama genießen (Bild 4).
Kaum auf der B500 angekommen, stürzten wir uns gegenüberliegend in die Abfahrt vorbei an der Schwarzenbach-Talspeere. Die Abfahrt war recht erholsam und spendete letzte Kraft für die erneute Auffahrt zur B500 über die Ortschaft Hundsbach. Hier entbrannte ein kleines Feuerwerk, denn Benni wollte sich unbedingt absetzen, aber ich konnte zu Beginn erfolgreich dagegen halten, so dass inmitten der Auffahrt Benni am Klagen war: "Ey, warum kann man dich nicht abhängen!" Doch nach dem Zusammenschluss an einer Wasserquelle im steileren Stück fand Benni wieder schneller seinen Tritt und konnte, auch beschleunigt durch einen weiteren Rennradler in Blickweite, mir doch ein paar Meter abnehmen. Die Auffahrt verlief sehr schnell, der dort entbrannte Wettkampf ließ eben die restlichen Körner frei werden. Und die reichten auch noch für die lange Abfahrt über die B500 nach Baden-Baden, was im Vergleich zum oben beschriebenen Stück riesig Spaß macht und toll zu fahren ist.
Eigentlich wollten wir nicht bis nach Baden-Baden, verpassten vorher leider die richtige Abzweigung. So mussten wir uns den Heimweg mehr oder weniger erfragen und waren dann wirklich erleichert, den Autoparkplatz erreicht zu haben. Ein letzter Abstecher zum Supermarkt, um die Konzentration für die Rückfahrt wieder aufzufrischen und schon mussten wir uns aus dem wunderschönen Gebiet der vielen Berge verabschieden (Bild 5). 

(Bericht: Jens)

 
Tagesdaten  
Startzeit
10:16 
Distanz
121 km
Stundenmittel 25,1 km/h
Top Speed 82,8 km/h
Kummulierter Aufstieg 2400 Hm*
Wetter/Ø Temp.sonnig/26°C*
*aus GoogleEarth bzw. Wetterdienst