Wir brauchen Höhenmeter!
Streckenverlauf: Obertsrot (Gernsbach), Schloss Eberstein, Gernsbach, Loffenau, Bad Herrenalb, Rotensol, Neusatz, Schwann, Neuenbürg, Waldrennach, Langenbrand, Schömberg, Bad Liebenzell, Beinberg, Igelsloch, Siehdichfür, Oberreichenbach, Naislach, Agenbach, Oberkollwangen, Neuweiler, Hofstett, Lautenhof, Christophshof, Sprollenhaus, Kaltenbronn, Reichental, Hilpertsau, Obertsrot, Schloss Eberstein, Obertsrot

Als Startzeit mit dem Auto legten wir 07:15 Uhr fest, aber es wurde natürlich ne knappe halbe Stunde später. Man könnte meinen, wir verreisen länger, bei dem ganzen Gepäck, was wir dabei hatten, aber als Radsportler muss man auf alles gefasst sein. Die Autofahrt auf der ätzenden A5 verlief Reibungslos und pünktlich um 10 Uhr erreichten wir das Gästehaus Elfriede, wo wir glücklicherweise schon das Zimmer beziehen konnten und uns in Ruhe auf die erste Tour vorbereiten konnten. Die Strecke stand soweit, wurde aber im Kopf nicht allzu selten verändert. Also starteten wir bei Sonnenschein und 20°C wie letztes Jahr zunächst hinauf zum Schloss Eberstein, das gleich mal Steigungen von 7-11% auf knapp 2 km aufweist. Es war der erste Anstieg, aber von Zurückhaltung keine Spur...irgendwie müssen die Beine ja freigebolzt werden. Am Schloss angekommen gibts eine 180°-Kurve, die das Ende der richtigen Steigung bedeutet. Ab hier zieht sich die Straße kurvig und schön bis zu einem Abzweig, an dem es in einer kurvigen Abfahrt zurück nach Gernsbach geht. Nach diesen 15km endlich warm gefahren ging es direkt in den nächsten, weniger steilen Anstieg über Loffenau nach Bad Herrenalb und danach weiter Richtung Rotensol. Die Kracher-Prozente ließen noch auf sich warten, doch wir spürten, dass an diesem ersten Tag die Beine wollten, aber die Pumpe nicht so richtig. Das sollte sich die nächsten Tage genau umkehren. Also gings weiter wellig und nur teilweise steil bis nach Schömberg. Die Sonne strahlte und die Aussicht ließ nichts zu wünschen übrig. Auch Jens konnte sein neues 11er Abschlussritzel schon ausgiebig beweisen...echt rasantes Tempo bergab! In Schömberg erfuhr ich dann, dass Jens eine Extra-Schleife über Bad Liebenzell und Beinberg eingebaut hat. Na gut, wenns sein muss....Der Beinberg stellte sich als erster Kracher heraus, die 3km bis zum Ort mussten für 300 Hm herhalten, somit lag die Steigung oft weit über 10%! Ab Beinberg befanden wir uns auf einem Hochplateu, es ging nicht richtig berghoch, aber auch nicht runter, bis dann die Abfahrt von Hofstett zum Startpunkt Aichelberg kam. Im Nachhinein erfuhr ich über ein 13%-Schild am Anfang der Abfahrt...dies erklärt dann wohl meine neue V-Max von über 84 km/h...ein echt geiles Gefühl! Doch sofort ging es in den 10-14% steilen Anstieg hinauf zum Aichelberg. Zwar nur 200 Hm, aber diese sind verdammt steil, also drücken was eben geht, vielleicht den Jens mal abhängen, denn danach sollte eingentlich "nur" noch der Hohloh auf uns warten.
Der eigentliche Anstieg zum Hohloh von der Ostseite beginnt erst richtig ab Sprollenhaus, man biegt von der Bundesstraße rechts ab Richtung Kaltenbronn / Hilpertsau. Die Sonne war da, die Beine fühlten sich noch gut an und der Kreislauf spielte auch mit, also hieß es, nicht locker lassen und das Tempo hoch halten. Ich zog davon und wir machten uns das unsichtbare Gummiseil zu nutze. Der Vordermann denkt, er hängt den anderen ab, der Hintermann denkt, er kommt ran und immer so weiter. Dieses Spielchen hilft echt gewaltig, um schnell und doch locker den Berg hoch zu kommen! Der Schlussspurt ab Kaltenbronn wurden dann zusammen genossen, wir waren schon ein wenig stolz auf uns, da wir keine unnötigen Pausen machten und immer noch schnell unterwegs waren. Also kurz das obligatorische Passfoto gemacht, sich warm angezogen und ab in die Abfahrt nach Gernsbach. Im oberen Teil kann man die Aussicht genießen, bis man in den Wald rein kommt. Ab hier wird es steil und kurvig und die Bremsen werden zum Glühen gebracht. Ein Auto, dass uns im oberen Teil überholt hat, nahm uns zusätzliuch den Spass an der Abfahrt. Also hallten meine Rufe: "Halt mal an, lass das Auto fahren!", doch Jens hörte nichts. Da die Bremsen mittlerweile echt heiß waren, hielt ich am Ortseingang Reichental an und dachte, Jens würde das irgendwann auch merken. Nach ein paar Sekunden rollte ich weiter um die Kurve und sah ihn da liegen, ein gelbes Männchen quer auf der Straße. Jens hat es tatsächlich geschafft, auf besagtes Auto drauf zu fahren, als dieses eine mehr oder weniger begründete Vollbremsung hinlegte. Zum Glück waren Jens, sein Rennrad und das Auto unversehrt, so dass wir nach kurzem Disput wieder weiter fahren konnten.
In Gernsbach angekommen, standen ca. 126km auf dem Tacho...das war uns natürlich nicht genug, also gings ohne langes Überlegen nochmal in die Runde über das Schloss Eberstein. Zwar waren wir etwas langsamer als noch am Morgen, aber nun kannten wir die kurvige Abfahrt und konnten es gut rollen lassen. Somit standen am Ende knapp 150 km mit einem ansehnlichen 26er Schnitt bei mehr als 2800 Höhenmetern. Wir konnten zufrieden sein und uns für den nächsten Tag ausruhen! Es gab reichlich Schnitzel und Spätzle in einem netten Restaurant in der Altstadt von Gernsbach und leider gab es schon die ersten Schauer. Wir waren gespannt auf Tag 2... (Bericht: snowbenji) | Tagesdaten | | Startzeit
| 11:12 Uhr
| | Distanz | 149 km
| Stundenmittel
| 26,17 km/h
| | Top Speed | 84,15 km/h
| Kummulierter Aufstieg
| 2870 Hm | Wetter/Ø Temp.
| sonnig/24°C |
|