Die härtesten Brocken im Nordschwarzwald Streckenverlauf: Ottersweier, Haft, Lauf, Obersasbach, Sasbachwalden, Brandmatt, Breitenbrunnen, Mummelsee, Hornisgrinde, Allerheiligen, Oppenau, Zuflucht, Bad Griesbach, Bad Peterstal, Oberharmersbach, Zell am Harmersbach, Neuhausen, Nordrach, Nordrach-Kolonie, Herlesries, Löcherberg, Oppenau, Lautenbach, Oberkirch, Ulm, Mösbach, Oberachern, Obersasbach, Lauf, Ottersweier
Zum Abschluss unseres Schwarzwald-Aufenthaltes stand nochmal großes auf dem Programm. Hornisgrinde, Zuflucht und Löcherberg sollten noch fallen! Die Beine waren schon gut angeschlagen von den zwei Tagen, aber der Wille weiterhin ungebrochen, sogar eine weitere Motivation sollte in Ottersweier warten. Ein Rennrad-Kollege von der RSG Citybike Darmstadt, der "Bergflo", hatte Wind von unseren Plänen bekommen und sich entschlossen, diese dritte Tour mit uns zu fahren. Um sieben Uhr klingelte der Wecker, wir packten noch vor dem Frühstück die letzten Sachen und machten uns um neun Uhr rechtzeitig auf Richtung Ottersweier, hoch motiviert, da der Bergfloh nun fest zugesagt hat, um zehn Uhr am Startpunkt zu sein. Aus zehn Uhr Startzeit wurde dann viertel vor elf und die dunklen Wolken über uns versprachen auch nichts Gutes, doch glücklicherweise blieb es trocken! Nur die Schuhe waren immer noch nass von Tag 2. Die Trikot-Taschen wurden vollgepackt mit Verpflegung, Kamera und Jacke und los gings zum Startpunkt Hornisgrinde in Sasbachwalden. Wie auch im Vorjahr stand im Gras die Begrüßung, die auch den beginnenden Anstieg einleitet. Es folgen die ersten zwei Kilometer jenseits der 10%-Marke. Bergflo und ich setzten uns von Jens ab, denn jeder fuhr sein Tempo, um an diesem dritten Tag die Beine frei zu bekommen. In einer langen Linkskurve wird die Steigung kurz flacher, bis es dann für eine halbe Ewigkeit verdammt steil den Berg hoch geht. Im gesamten Steilstück blieb das Bild gleich, ich fuhr mit Bergflo mein Tempo und Jens hielt sich vernünftig zurück, um es uns später heimzuzahlen. In dem Steilstück durchfährt man den Ort Brandmatt, nachdem eine der wenigen Serpentinen folgt. Zwei Schilder erklärten uns im Nachhinein die langsame Geschwindigkeit: 6km á 12% und 7km á 12% (Bild links). Zwar ist dies nicht die Wirklichkeit, doch so ähnlich fühlten sich diese ersten Kilometer an. Als wir letztes Schild sahen, war die Freude groß, denn ab hier ist das Schlimmste überstanden.
Wir warteten auf Jens und wollten den restlichen Weg zur Hornisgrinde zusammen in Angriff nehmen, doch daraus wurde nichts, da Jens nicht wirklich langsamer gemacht hatte und ich noch stand, um meine Kamera zu verstauen. Ein paar wütende Worte meinerseits am Gipfel waren die Folge. Der weitere Weg zum Gipfel der Hornisgrinde führte uns einzeln zum Mummelsee über die B500 und von da an mit Höhenlinien alle zehn Höhenmeter hinauf zum Sendeturm. Ärgerlich war ich, da ich Jens und Bergflo am Parkplatz Mummelsee erwartet habe, aber die zwei schon längst am Gipfel waren. Nach einem kurzen Disput am höchsten Punkt unseres Schwarzwald-Aufenthaltes ging es reibungslos und gemeinsam weiter zu drei weiteren Brocken im Nordschwarzwald.
 Es folgte nach ein paar welligen Kilometern eine schöne, schnelle und kurvige Abfahrt bis runter nach Oppenau auf unter 300m ü.NN. Bevor wir uns dann auf den Weg zur Zuflucht machten, galt es erstmal, den Energiehaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Mit Bananen und Magnesium im Bauch gings direkt in den 8,7% steilen Anstieg zur Zuflucht auf knapp 1000m ü.NN. Ein 18%-Schild am Fuße des Anstieges sorgt für Respekt. Die ersten Meter galt es, schnell den Rhytmus zu finden und auf geringere Steigungsprozente zu hoffen. Ein Brunnen im ersten Teil der Strecke sorgte für gute Stimmung und Power für die weitere Tortur. Allerdings ist der Anstieg bis zum letzten und steilsten Kilometer echt gut zu fahren. Es ist zwar konstant sehr steil, doch dichter Wald und viele Kurven machen den Anstieg erträglich. Wieder machte ich mir das unsichtbare Gummiseil zu nutze, da Jens und Bergfloh davon zogen und eine kleine Lücke zu mir ließen. Der letzte Kilometer hat es nochmal richtig in sich, denn hier bestätigt sich das 18%-Schild vom Fuße des Anstieges. Die Aussicht am Parkplatz entschädigt aber für viele Strapezen (Bild links). Nun ging es flach weiter über die B500 auf die B28, wo sich die rasante Abfahrt Richtung Bad Peterstal wie eine Achterbahnstartrampe (Bild links) ankündigt. Eigentlich stand nur noch der Löcherberg auf dem Programm, und zwar von der Südseite mit Start in Zell. Dass es auf dem Weg nach Zell nochmal 300 Hm mit 8,7% im Schnitt gab, war uns leider nicht bewusst und so quälten wir uns diesen Anstieg hinauf. Der traßenbelag ist schlecht und die Straße ist kurvig, für die Auffahrt kein Problem, aber für dei spätere Abfahrt eine Strapaze für Mensch und Maschine. Die Abfahrt Richtung Zell wurde uns leider durch dichten Autoverkehr vermiest. In Zell angekommen, mussten wir aufpassen, dass wir uns nicht verfahren. Der ganze Ort war durch ein großes Fest versperrt, doch die Umleitung führte uns zur richtigen Strecke Richtung Nordrach und Löcherberg. Die ersten sechs Kilometer steigen nur leicht an und immer fragten wir uns, wo das noch hinführen sollte. Doch der eigentliche Anstieg beginnt erst nach Nordrach-Kolonie. Es geht in den Wald hinein und die Steigung nimmt sofort auf 9-12% für die nächsten Kilometer zu. Ich war platt und musste die anderen ziehen lassen, aber aufgeben war natürlich keine Option. Die Straße ist vergleichbar mit dem Anstieg zum Melibokus. Es geht wenig kurvig, aber steil, durch dichten Wald und scheint, kein Ende zu nehmen. Die letzten 500 Meter sind mit 6-8% wieder flacher und einfacher zu fahren. Der Löcherberg war nun wirklich der letzte schwierige Anstieg des Tages. Also wurde noch schnell was gegessen, die Jacke angezogen und ab gings in die ruppige Abfahrt. Das Material hielt und ein letztes Mal bestätigte es sich, dass Jens und mir keiner was in den Abfahrten vormachen konnte. Bergflo wurde bergrunter regelmäßig abgehängt...oder er ist einfach erwachsener und verantwortungsbewusster bei unbekannten Abfahrten. Bis nach Ottersweier sollten noch knapp 30 flache Kilometer folgen, doch durch ein ständiges Verfahren waren es 40 km. Der Citybike-Espress rollte mit vollem Tempo (Bild rechts), zu dritt war es eben noch einfacher. Der Himmel war schwarz, doch uns erwischte glücklicherweise kein Schauer mehr. Nur kurzer Niesel-Regen machte uns Angst. Dem Ziel so Nahe, drückten wir jegliche Wellen mit aller Kraft weg, keiner wollte klein bei geben, es sei denn, die Beine machten entgültig dicht. Doch der Gedanke, dass es bald vorbei sein würde, setzte nochmal die Reserven frei.
Nach unverhofften 155 km standen wir wieder in Ottersweier am Auto, hatten wiedermal knapp 2800 Hm geschafft und dies auch mit einem ansehnlichen Schnitt von 25,82 km/h. Und wir können stolz auf uns sein, drei harte Tage gut überstanden zu haben und die wirklich härtesten Brocken im Nordschwarzwald gesehen zu haben. Die Alpen dieses Jahr können kommen! (Bericht: snowbenji) | Tagesdaten | | Startzeit
| 10:22 Uhr
| | Distanz | 155 km
| Stundenmittel
| 25,82 km/h
| | Top Speed | 78,3 km/h
| Kummulierter Aufstieg
| 2790 Hm | Wetter/Ø Temp.
| leicht bewölkt/19°C |
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