Rennrad-Fieber
 
Samstag, 4. Februar 2012
Tour 1

Tour 1 - Freitag, 31.08.2007 - 137km, 2300Hm
Höhenluft schnuppern...

Dem Knie auf die Srünge helfen...
Immer noch ungewiss, ob Benni´s Knie die folgenden Strapazen mitmachen würde, waren wir doch auf Grund des relativ guten Wetters optimistisch, dass alles wie geplant klappen würde. So frühstückten wir ordentlich und beschlossen, das Auto in Tiefencastel abzustellen, falls die Tour zu anstrengend werden sollte! Und so sollte es in gewisser Weise auch kommen! Jens fuhr das Auto mit seinem Rennrad nach Tiefencastel und Benni durfte direkt von Savognin mit dem Fahrrad die erste Abfahrt in Angriff nehmen, also den unteren Teil der Abfahrt des Julierpasses. Sein Knie fühlte sich komisch an, aber es ging ganz gut beim fahren, vielleicht auch hervorgerufen durch den Adrenalinschub, den so eine 80 km/h schnelle Abfahrt bewirkt.
Benni düst die Julierabfahrt hinunter 
 

Jetzt geht es los - Parkplatz Tiefencastel 

Auf nach Lenzerheide...

Gegen 11 Uhr konnten wir dann zusammen in Tiefencastel starten und den ersten „Pass“ Lenzerheide in Angriff nehmen. Direkt im Ort ging es schon steil los und genau wie in der Beschreibung waren die ersten Kilometer die steilsten. Da es der erste Tag war, schalteten wir ein paar Gänge zurück, um uns auch erstmal an die Höhe zu gewöhnen. 

 

 
Pause in Lenzerheide 

 

Nach der komplett trainingsfreien Woche fielen die ersten Meter auch recht schwer, der Puls war ungewollt hoch, doch spätestens nach der kleinen Pause legte sich das wieder. Und wir waren wohl nicht die einzigen, die hier eine (Bananen-)pause eingelegt hatten. 

Ausreißversuche...

Nach einer knappen Stunde ging es in die recht kühle, aber schöne Abfahrt nach Chur, um den nächsten Anstieg nach Arosa in Angriff zu nehmen.

Mehr als 1100Hm auf knapp 29km mit einigen Abfahrten galt es zu bewältigen. Am Anfang lief es für Benni besser, so konnte er in den ersten steilen Kilometern immer wieder Löcher zwischen sich und Jens reißen. Aber da wir die Touren ja zusammen durchstehen wollten, wurde sich in den flacheren Passagen wieder zusammengeschlossen.

 

Später im Anstieg konnte auch Jens einmal ausreißen und seine Form testen. Doch hätten wir ahnen können, wie schwer uns nun die folgenden letzten Kilometer fallen würden, hätten wir das Ganze sicherlich etwas langsamer angehen lassen. Hier standen wir noch mal in Steigungen von über 10 Prozent (standen ist hier wörtlich zu nehmen) und es war schließlich der erste Tag in den Alpen. Die Körner waren aufgebraucht, doch Schlangenlinien und der Gedanke an die bevorstehende Pause in Arosa hielten uns auch auf den letzten Höhenmetern auf dem Fahrrad.

 

Sehr schöne Ausicht auf den ersten Metern der Abfahrt von Lenzerheide

 Sonnenschein bei der ewig langen Auffahrt nach Arosa 

 

Blick von der Auffahrt nach Arosa

Leiden am Berg der Supersportwagen...

In Arosa gab es genug Entschädigung durch die übermotorisierten Autos, die nach Arosa heizten, da an dem morgigen Tag ein Uphill-Race hinauf nach Arosa stattfinden sollte.

So war unsere Auffahrt immer wieder von dröhnenden Motoren und schicken Sportboliden begleitet, die ihrerseits den letzten Feinschliff an Strecke und Fahrzeug ausfindig machen wollten. Im Ort lauerten dann Porsche Carrera GT, Audi R8, Ford GT, Ferrari und Co. 

In Arosa angekommen waren wir blöderweise ziemlich geschwitzt und es begann sehr schnell kühl zu werden. Also erstmal nen heißen Tee bzw. Kaffee getrunken, die Getränke nachgefüllt und ab in die Abfahrt mit ca. 300 Kurven. Das hat echt Spaß gemacht, wenn auch die Gegenanstiege sehr zermürben können. 

 

Den Wind im Rücken...
Ab Chur ging es dann flach und mit jeder Menge Wind im Rücken nach Thusis. Allerdings mussten wir noch nach Tiefencastel und der einzige Weg (den wir kannten) führte über die Bundesstraße und durch einen ansteigenden, 1,6km langen Tunnel, den wir auf dem schmalen Bordstein durchfahren haben. Die Hölle! Ich glaube, wir beide können ehrlich sagen, so eine Angst hatten wir selten gefühlt. Froh waren wir, als wir den Tunnel verlassen und wieder normal atmen konnten.
 Blick auf Chur
 

Jens kommt aus einem der gefährlichen Tunnel 

Zwar kamen noch weitere Tunnel, aber die waren keineswegs so extrem wie der erste Tunnel und somit war Tiefencastel doch bald erreicht. Der Tag endete warm und sonnig um ca. 18 Uhr am Auto und es wurden gute 10km mehr als geplant, leider eine ungenaue Angabe des Tourenplaner von quaeldich.de

Abends gab es zum zweiten Mal 250g Nudeln pro Person mit Arrabiata-Sauce. Benni schmierte sich noch mit Voltaren-Salbe ein, um den drohenden Schmerzen im Knie vorzubeugen. Nun war ausruhen angesagt und wir entschlossen uns, am nächsten Tag von Thusis aus zum Splügenpass und dann nach Juf zu fahren. Die sollte im Vergleich zur Albula-Flüela-Runde die einfachere Runde darstellen. Wie sich später herausstellte, war dies eine sehr glückliche Wahl!