Rennrad-Fieber
 
Samstag, 4. Februar 2012
Tour 2

Tour 2 - Samstag, 01.09.2007 - 108km, 2230Hm
Kehre an Kehre...

 

An diesem Tag starteten wir zusammen im Auto nach Thusis, um uns dort um 10:45 Uhr auf die Räder zu schwingen. Auf der sich neben der Autobahn entlang schlängelnden Bundesstraße ging es direkt leicht bergauf ohne viel Verkehr. Zu dem leicht ansteigenden Straßenverlauf gesellen sich immer wieder kurze knackige Rampen, die einem ordentlichen Tret-Rythmus entgegenwirken.

Aber wir beide hatten den vorherigen Tag gut weggesteckt und fühlten uns fit für die kommende Herausforderung.  

Auto Parkplatz in Viamala Schlucht 

 

 

 See vor dem Ort Splügen

Es war wärmer als am Tag zuvor und die Beine fühlten sich nach den ersten Metern einigermaßen gut an.

Bis nach Splügen sind schon ca. 600Hm zurückzulegen und es gibt auch schon die erste Serpentinengruppe, in der auch der Abzweig nach Juf liegt. Vor Splügen erreichten wir einen schönen See und wir rollten die letzten Kilometer flach (aber kurz vor Splügen über heftiges Kopfsteinpflaster) nach Splügen.

 

Der Splügenpass: Unser erster Alpenpass
In Splügen beginnt der 9km lange Anstieg hinauf zum Splügenpass. Dabei sind 656Hm zurückzulegen. Das Vorgeplänkel selber hatte schon diese Zahl an Höhenmetern. Auf einem Wiesenhang geht es mit konstanter Steigung und immer schöner werdendem Ausblick den Hang hinauf. Wie schon am Vortag konnnte Benni seinen Mitstreiter auf dem ersten Teil der Auffahrt leicht abhängen, später fand Jens wieder den besseren Tritt. Nachdem wir ein kleines Waldstück verlassen haben, befinden wir uns auf einer langen ansteigenden Geraden und können schon diesen unglaublichen Serpentinenhang erkennen. 
Blick auf das Grün des Splügenpasses 

 Die Serpentinen des Splügenpasses

Wie in quaeldich.de beschrieben sind die Serpentinen akkurat übereinander gestapelt. Der Hang sieht von der Geraden aus sehr steil aus, aber ist man einmal in den Serpentinen drin, lässt das Grinsen nicht mehr nach. Es macht einfach Spaß, sich von Kurve zu Kurve zu hangeln. 

Hier ist noch ein ganz klarer Unterschied zwischen uns erkennbar. Jens nimmt die Serpentinen im Kurveninneren, geht aus dem Sattel und spart Meter. Benni dagegen fährt ganz außen, schaltet nen Gang höher und kann sich trotzdem kurzzeitig ausruhen. 

Auf der Passhöhe befindet sich ein Zollhaus, da die Passhöhe die Grenze nach Italien bildet. Auch wir waren in Italien, da sich dort das Passschild befindet, welches schon etwas mitgenommen aussieht. 

 

  Auf dem Weg nach Juf
Die Abfahrt zurück nach Splügen war vor allem für die Hände sehr schmerzhaft, hing man doch dauerhaft an der Bremse bei den vielen Serpentinen. Schön ist allerdings, dass die Abfahrt auch nach Splügen noch weiter geht bis zum Abzweig nach Juf. So ging es wieder am schönen See vorbei, runter durch die zahlreichen Serpentinen, aber immer wachsam, den auch in einer Serpentine liegenden Abzweig nach Juf nicht zu verpassen. Der Teil von Splügen bis zur Abfahrt nach Avers/Juf ist einfach irre. Schönste Landschaft, schnelle und vor allem zahlreiche Kurven. Die Sonne war nun vollkommen draußen und der Anstieg nach Juf versprach von Anfang an wenig Verkehr und ein schönes Tal.  Für Benni ist es allerdings trotzdem eine Qual, irgendwie fühlt er sich nicht mehr so fit, zum Glück ist die anfängliche Steigung morderat.

Zwischendurch gibt es einige kurze Tunnel, rechts und links hohe Felswände und ein rauschender Fluss, der einzig zu hörende Lärm. Schlimm wird es erst nach einigen Kilometern der Auffahrt, wo man sich einer Sackgasse ähnlich schon am Ziel ahnt. Aber es geht über einige Serpentinen und über 10% Steigung hinauf zur nächsten Ebene. Wie auch in Arosa verliert man in Juf ständig durch kleine Abfahrten an Höhe und vor allem den Rhythmus. Am Ende zieht sich dieser Anstieg durch mindestens fünf Orte, die zu Avers dazugehören, und immer wieder erhofft man sich das Ortsschild: Avers-Juf. Doch dieses lässt lange auf sich warten. Jens zog davon und Benni war froh, irgendwann auch Juf erreicht zu haben. Übrigens: Juf ist das höchstgelegene ganzjährig bewohnte Schweizer Bergdorf, vielleicht auch von Europa! 

Schluss mit Nudeln, oder nicht?

Schön war die Fahrt nach Juf aber trotzdem. Juf ist ein echter Geheimtipp und der an einer Hand abzählbare Verkehr tut sein übriges dazu! Ab Juf geht es eigentlich nur noch bergab Richtung Thusis. Nun besichtigten wir noch die Viamala-Schlucht, die echt grandiose Eindrücke lieferte.

Danach suchten wir einen Supermarkt auf. Wir hatten genug von Nudeln und wollten eigentlich Pute mit Reis essen. Allerdings sind wir die deutschen Ladenöffnungszeiten gewöhnt… aber in der Schweiz macht auch der Coop samstags schon um 17 Uhr zu. So standen wir um kurz nach fünf vor geschlossenen Türen. In Savognin angekommen, versuchten wir noch irgendwo eine Pizzeria zu finden, wo es vielleicht einen Salat zum mitnehmen geben würde, doch auch hier Fehlanzeige.

So mussten wir improvisieren und machten uns, mit dem was wir noch hatten, einen leckeren Nudelauflauf, der uns wieder zu Kräften brachte. Schließlich stand am nächsten Tag die Albula-Flüela-Runde an. Doch diese hatte gewisse Überraschungen parat, die keiner von uns erwartet hatte...