| Tour 6 |
Tour 6 - Mittwoch, 05.09.2007 - 41km, 1000Hm |
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Früh um acht Uhr klingelte der Wecker: Jens "durfte" sich direkt in die Kälte begeben und runter zum Bäcker in Andermatt fahren, mit dem Fahrrad versteht sich. Diesen Einsatz galt es einzulösen als Verlierer des Heads-Up Poker des gestrigen Tages. Das Thermometer zeigte eiskalte 1,6°C an, aber der Himmel war weit weniger Wolkenverhangen als noch am Vortag. Doch nur wenig Freude, denn der Blick zu drei Fahnen am gegenüberliegenden Hang kennzeichnete erneut starke Windböen. Die Sonne sollte heute zum Vorschein kommen, aber viel Kraft würde sie wohl nicht gegen die Eiseskälte haben. Zunächst stand der Furkapass auf dem Programm, dort würden wir dann sehen, wie und vor allem ob es weiter gehen wird. An diesem Tag machten wir extreme Erfahrungen mit den Witterungsbedingungen, so dass am Ende gerade mal 40km auf dem Tacho standen. | |
| Unser höchster Alpenpass: Der Furka Um 10 Uhr gings los richtung Furkapass. Wir waren dick angezogen, hatten aber keine Ahnung wie eiskalt es wirklich da oben sein würde. So rollten wir flach und mit Mitwind auf Realp zu. Die ganze Zeit ist in unserer Front die atemberaubende Auffahrt des Furka zu sehen, im Rücken liegen die Straßenzüge hinauf zum Oberalppass. Die Furka-Straße schraubt sich steil und wild den Hang hinauf. In den Serpentinen lief es super für uns, denn Serpentinen machen einfach jede noch so steile Auffahrt erträglicher. |
Sobald wir die lange Gerade einsehen konnten, wurde der Tritt merklich schwerer. Man kann schon Mitte des Anstiegs erkennen, wo dieser Pass enden soll, aber es zieht sich ewig hinauf. Jens kam mit diesem Anblick besser zurecht und konnte einige Meter zwischen sich und seinen Mitstreiter bringen. Zwischendurch gab es viele Fotostopps, da die Aussicht mit zunehmender Höhe immer besser wurde. Das Bergpanorama war hier einfach anders, als wie es noch in Savognin war. Man hat den Blick auf einige Dreitausender, die zu unserer Tour alle eine schneeweiße Spitze schmückte. Oben angekommen machten wir gemächlich die Passfotos, zogen die Handschuhe an und machen uns in die Abfahrt, guter Dinge, weiter zum Nufenen- oder Grimselpass fahren zu können. | |
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Schnelles Ende am Hotel Bellvedere Auf der Abfahrt nach Gletsch lagen zwar einige fette Steine auf der Fahrbahn, aber diese waren nicht Ursache für unser nahendes Tour Ende. Keiner von uns stürzte. Es war diese Eiseskälte zusammen mit dem unglaublichen Wind, die uns nach wenigen Metern Abfahrt die Finger einfrieren ließ. Der Windchill-Calculator unserer Windjacken würde bei 0°C und mehr als 70km/h -30°C oder weniger anzeigen, kein Wunder also. |
Bremsen war fast unmöglich und wir entschlossen uns schließlich, am Hotel Bellvedere anzuhalten, um die Hände aufzuwärmen. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte. Die Sonne sollte uns eigentlich aufwärmen, doch genau das Gegenteil setzte ein... wir waren nun komplett ausgekühlt durch den Wind und unsere innere Wärmepumpe sollte auch nicht mehr so schnell auf Touren kommen. Trotzdem fuhren wir den Rest der Abfahrt runter nach Gletsch, eine eisige, bittere Erfahrung. Dort war endgültig Schluss, diese Abfahrt war zu heftig. | |
![]() | Stimmung am Abgrund In Gletsch angekommen war uns beiden klar, dass wir in den Bus zurück nach Realp steigen würden. Welch eine Schmach und das für insgesamt 32 Schweizer Franken! Noch dazu hält der Bus für eine Stunde am Hotel Bellvedere, als wäre der Tag nicht ohnehin schon im Arsch gewesen. So saßen wir schon wieder am Hotel Bellvedere, darauf wartend, endlich mit dem Bus nach Realp fahren zu können. Wir waren immer noch geschwitzt und kühlten weiter aus. Nicht zu fassen, dass Touristen im T-Shirt hier oben halt machten, um Ausblick zu genießen oder den Gletscher zu erleben. Irgendwie verging die Wartezeit, wenn auch sehr ungemütlich, aber dann ging es mit dem Bus den Furkapass hinunter, den wir einige Stunden zuvor noch fit und begeisternd in Angriff nahmen. Im Bus redeten wir kein Wort mehr miteinander, so enttäuscht waren wir von unserem Fehler. Von Realp quälten wir uns zurück nach Andermatt (wieder gegen den Sturm), aber richtig warm wurden wir auch nicht mehr. |
| Wenigstens ein leckeres Abendessen Schon zwei Abende zuvor wollten wir Pute und Reis mit einer Curry-Sauce essen. Doch der von daheim mitgenommene Curry schmeckte nach Nichts. So kauften wir in Andermatt nochmal Pute und diesmal eine fertige Curry-Sauce, die auch schmeckte! In unserem „Studio“ angekommen war die Stimmung echt am Abgrund. Wir waren so unausgelastet und enttäuscht und mussten uns erstmal beruhigen. Bei so einer Kälte kann man viel Falsch machen, sofern man überhaupt gegen diese Wetterbedingungen antreten kann. Wieder beruhigt, machten wir uns Essen und diesmal schmeckte es auch sehr lecker. | |
| "Am nächsten Tag muss noch was passieren, so können wir nicht nach Hause fahren.", sagten wir uns den ganzen Abend. Nach dem leckeren Essen diskutierten wir, welche Runde wir an unserem Abreisetag noch fahren sollten. Jens war für das Tal des Zitterns: Furka, Grimsel, Nufenen und Gotthard (110km, 3400Hm). Benni wollte unbedingt, auf Grund der Beschreibung von quaeldich.de zum Sustenpass, die Runde über Furka, Grimsel und Susten (125km und 3500Hm) fahren. Somit war klar, dass wir zunächst zum Grimsel fahren mussten, um dort zu entscheiden. Und diesmal würden wir nicht den gleichen Fehler am Hotel Bellvedere machen, wir lernen aus dem heutigen Tag. Mal sehen, was draus wird... |







