| Schweiz 2009 - Tour 2 |
Schluss schon am St. Gotthard...Andermatt - St. Gothardpass - Andermatt: 25 km, 670 Hm
Verwöhnt von Sonne erwachten wir nach der ersten Nacht in Andermatt bei kalt, grauem Wetter. Zu allem Überfluss war die Fahrt mit dem Fahrrad zum nahen Bäcker umsonst, da dieser Sonntags erst eine Stunde später öffnete. Trotzdem stärkten wir uns beim Frühstück, schließlich hatten wir doch jede Menge Proviant dabei und bei den derzeit trockenen Bedingungen auch Motivation, sportlich aufs Rad zu kommen.
Der St. Gotthardpass bietet von der Nordseite keine verlockende Passstraße. Nach der Startkehre geht es lange Zeit weitgehend geradeaus, abwechslung sucht man vergebens. Einzig und allein eine Kurvenkombination um ein Hotel in der Mitte des Anstieges heitern die Auffahrt etwas auf. Erst im oberen bekommt man die Möglichkeit eingeräumt, die letzten Kilometer auf der alten, gepflasterten Passstraße zu bewältigen. Dies sei auch jedem ans Herz gelegt, sofern Wetter und Rüttelverträglichkeit mitspielen. Kurz vor besagten Kurven am Hotel wurden wir aber dann von den sich den Pass herunterstürzenden Wolken umgeben, die sogleich ihre Wassermassen über uns entluden. Mit Regenjacke und sichtlich genervter Miene kämpften wir uns weiter, vielleicht hätte der kurze Gedanke der Umkehr im Hinblick auf unsere Gesundheit mehr Beachtung verdient gehabt. Doch wortlos kurbelten wir dem Ziel entgegen, wollten wir doch wenigstens ein Passschild an diesem Tage gesehen haben. Den Abzweig zur alten Passstraße ließen wir rechts liegen, zu nervig und vielleicht auch gefährlich bei diesem Wetter. Mit den Passbildern in der Kamera schossen wir bei leichtem Rückenwind die Abfahrt hinunter. Nun erweist sich die kurvenarme Passstraße als des Radler´s Freund, bei trockenen Bedinungen hätten wir uns sicherlich noch etwas höhere Geschwindigkeiten zugetraut. Bei Tee und heißer Suppe ließen wir die Tour Revue passieren und konnten bei weiterhin schlechtem Wetter zumindest mit unserer Entscheidung, die Tour schon am St. Gotthard zu beenden, zufrieden sein. Doch der am restlichen Tage laufende Fernseher vermieste mit dem Ausblick auf den morgigen Tag unsere Laune. Bei diesen Aussichten wäre die heutige Distanz für den Montag schon ein großer Erfolg. (Bericht: Jens) |








Zur Auswahl standen die beiden Touren mit Oberalp-, Lukmanier- und Gotthardpass, die bei 155 km von den Anstiegen gesehen für den Anfang besser geeignet schienen. Wir wählten die Tour beginnend mit dem St. Gotthardpass, auch aus dem Grund, das Val Tremola für ein besseres Wetter aufzuheben. So machten wir uns auf die Räder und wurden ab dem ersten Meter von unten beregnet. Die Straßen waren noch sehr nass und zusammen mit den morgendlichen Temperaturen machten sie die Fahrt sehr unangenehm. Doch kaum hatten wir Hospenthal, den Ausgangspunkt zum St. Gotthard verlassen, trockneten die Straßen rasch ab und die Hoffnung auf eine trockene Auffahrt machte sich bei uns breit. Gerade zu unserer Rückseite schienen die Wolken immer weiter aufzulockern und der Sonne eine Chance zu geben.
Somit setzten wir die Auffahrt auf der neuen Passstraße fort und erreichten eine trockene Stelle, nämlich die lange Gallerie. Der Regen ließ nach Erreichen des Ausgangs immer weiter nach und wir forcierten das Tempo durch die letzte ewig gezogene Linkskurve, die schließlich den höchsten Punkt der Straße erreicht. Danach geht es leicht bergab, bevor man das links gelegene Hospiz und damit die eigentliche Passhöhe ansteuern kann. Dies taten wir auch, aber schon in dem Gedanken, so schnell wie möglich die Abfahrt richtung Andermatt in Angriff zu nehmen. Es war bitter kalt, die Klamotten und Straßen nass und der Himmel machte wenig Hoffnung auf rasche Besserung.