Dem Wetter trotzen! Streckenverlauf: Obertsrot, Hilpertsau, Reichental, Kaltenbronn, Sprollenhaus, Nonnenmiß, Enzklösterle, Simmersfeld, Fünfbronn, Forststraße, Nagoldtalsperre, Erzgrube, Igelsberg, Klosterreichenbach, Röt, Huzenbach, Schönmünzach, Kirschbaumwasen, Raumünzach, Ebersbronn, Hundsbach, Hundseck, B500, Malschbach, Geroldsau, Lichtental, Oberbeuern, Gaisbach, Schmalbach, Bermersbach, Forbach, Langenbrand, Weisenbach, Hilpertsau, Obertsrot, Schloss Eberstein, Gernsbach
Der Wecker klingelte um kurz vor acht und wir beide hatten eine halb schlaflose Nacht. Wie so oft nach der ersten Tour fühlt sich der Körper und der Kreislauf nicht gut an, aber das sollte sich im Laufe der Tour ändern. Die Wettervorhersage war alles andere als gut, aber die Beine fühlten sich gut an und noch war kein Regen zu sehen. Also frühstückten wir reichlich und machten uns um zehn Uhr vollbepackt auf zu den Rädern. Die Sonne versteckte sich noch hinter dunklen Wolkten, der ganze Tag wurde ein wechselspiel zwischen Sonne, Wolken und Regen.
Heute stand zunächst der Hohloh auf dem Programm und am Ende des Tages sollten wir wieder die Rote Lache erobern. Dass das Schloss Eberstein nochmal fallen würde, hätte keiner von uns für möglich gehalten. Die ersten Kilometer führten uns flach und gut zum einrollen Richtung Hilpertsau, wo der Anstieg zum Hohloh beginnt. Es war kühl, aber auch sehr schweißtreibend. Die ersten Kilometer Richtung Reichental steigen nicht zu steil an und man kann gut seinen Rhytmus finden.  Vor Hilpertsau ist die Straße sogar flach und steigt auch im Ort nur leicht an. Hier gibt es einen Brunnen, den wir allerdings nach knapp 7 km noch nicht brauchten. Kurz wurde an den Vortag gedacht, denn hier lag Jens 19 Stunden zuvor quer auf der Straße, als er einem Auto aufgefahren ist. Am Ortsausgang von Hilpertsau gehts richtig zur Sache, es warten Steigungsprozente von weit über 10% und das über die nächsten Kilometer. Wie so oft am Anfang einer Tour fand ich schneller meinen Rhytmus und konnte Jens im steilen Anstieg abhängen. Nach der zweiten Serpentine lässt die Steigung nach, die Aussicht wird grandios (Bild links) und man bewegt sich außerhalb des Waldes. Die Passhöhe ist nun schnell erreicht und auch die Sonne lässt sich blicken. An der Passhöhe machten wir nur kurz halt um die Jacke anzuziehen und was zu essen auszupacken. Die Abfahrt ist nicht sehr steil und nur im oberen Teil kurvig. Wir ließen es rollen und erreichten schnell Sprollenhaus. Auf der L350 ging es nur leicht ansteigend nach Enzklösterle, wo der nächste Anstieg hinauf nach Simmersfeld begann. Bis Raumünzach war die Strecke Neuland für uns, wir wussten also nicht, dass die nächsten drei Anstiege mit Steigungsprozenten von über 10% auf uns warteten. So ging es gleichmäßig, aber sehr steil, nach Simmersfeld und nach einer kurze und rasanten Abfahrt direkt wieder bergauf nach Fünfbronn. Hier machten wir halt und kümmerten uns um die Verpflegung. Weiter schien die Sonne und die Temperaturen machten auch mit, doch der Regen kündigte sich schon an. Die Weiterfahrt auf der geplanten Strecke wurde zum Glück durch eine Baustelle verhindert, denn sonst hätten wir niemals die wunderschöne und echt schnelle Strecke direkt hinunter zur L362 entdeckt. Kennt man sich hier aus, so sind Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h drin, wenn man genug Eier in der Hose hat. Die Straße ist eng und geht durch den Wald, aber sie ist gut ausgebaut und nur wenig kurvig. 80 km/h schafften wir hier locker und hingen noch an der Bremse, da wir die Strecke nicht kannten. Über die L362 ging es nach Erzgrube, die ganze Zeit an einem schönen See entlang. Die Sonne schien, den Beinen und dem Kreislauf ging es gut und der angekündigte Regen ließ immer noch auf sich warten. Nach Erzgrube wartete allerdings der nächste Anstieg hinauf zum Igelsberg auf uns. Diesmal zog Jens davon, ich fühlte mich nicht ganz so gut, doch von einem Einbruch nicht die Spur. Es ging sofort in die Abfahrt nach Klosterreichenbach und dann leicht bergab nach Raumünzach. Noch schien die Sonne, aber, wie auf dem Bild zu erkennen, fuhren wir in eine Wand der schwarzen Wolken. Der Citybike-Express rollte, aber wurde jäh unterbrochen durch einen kalten Schauer. Etwa auf der Hälfte der Strecke stellten wir uns bei einem Restaurant, dass gerade saniert wurde, unter, verpflegten uns mit Brot, Banane und Riegel und warteten den Schauer ab. Nach kurzer Wartezeit war die Nässe von oben vorbei, die Nässe von unten begleitete uns bis nach Lichtental. In Raumünzach ging es links ab hinauf nach Hundseck, wo ich letztes Jahr versucht hab, Jens abzuhängen. Dieses Jahr war es nicht der letzte Berg und auch nicht der letzte Tag, also hätten wir uns zurückhalten können. Doch dem war nicht so, denn die Zeit bzw. die Geschwindigkeit von letztem Jahr musste überboten werden. Jens machte gut Tempo und ich versuchte die Flucht nach vorne, in der Hoffnung, dass Jens mal nachgeben würde. Doch er hielt das hohe Tempo bis zum Brunnen im Wald nach Hundsbach. Hier füllten wir unsere Flaschen auf und machten uns auf die letzten schönen Kilometer. Es geht durch dichten Wald, der leider an diesem Tag furchtbar nass war und wie Regen wirkte. Auf der B500 angekommen, regnete es nicht, aber die Sonne sollte sich auch nicht zeigen. Also änderten wir die Streckenplanung und fuhren nicht wie geplant über Neusatzeck nach Lichtental, sondern direkt über die B500. Die Abfahrt verleitet einem zum Rasen, doch im oberen Teil war es richtig schmierig und wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht flach legen. Ab der Hälfte der Strecke war es wieder trocken und Jens machte ordentlich Tempo hinunter nach Lichtental. Da nun nur noch die Rote Lache folgen sollte, füllten wir schnell die Getränke auf und machten uns bei nun wieder Sonnenschein auf in den bekannten Anstieg. Letztes Jahr quälten wir uns zur Roten Lache hinauf, allerdings auch bei mehr als 30°C und waren dieses Jahr sehr gespannt, wie es laufen wird. Zusammen fuhren wir in den 8-12% steilen Anstieg rein und ich zog schon recht früh ein paar Meter davon. Das war auch gut so, denn alleine läuft es manchmal besser. Das Gummiseil kam wieder zum Einsatz, vor allem bei dieser schattigen und kurvigen Strecke hilft dies besonders. Oftmals dachte ich, ich hätte Jens abgehängt und nach zwei weiteren Kurven sah ich ihn wieder. Genauso war es für ihn, der mich alle paar Kurven doch wieder sah. Der Anstieg zieht sich länger als man denkt, aber er ist sehr schön zu fahren. Die Aussicht von der Roten Lache entschädigt wieder für vieles, wir machten die letzten Fotos und ab gings in die Abfahrt nach Forbach. Die Straße ist sehr ruppig und kurvig, machte mir aber diese Jahr echt Spass, vor allem, weil ich Jens weit abgehängt habe.
Danach stand eigentlich nur noch die Raserei nach Gernsbach auf der B462 an. Der Citybike-Espress rollte mit 40-50 Sachen bei Sonnenschein die Bundesstraße entlang (Bild links: Jens in Zeitfahrposition), da wir eigentlich keine Berge mehr vor uns hatten. Doch da "nur" 126 km auf der Uhr standen, bogen wir ein drittes Mal auf die rund 15 km lange Schleife über das Schloss Eberstein ein. Die Beine waren nun sehr schwer, aber die paar Kilometer mussten noch fallen. Die Straße zog sich nach dem Schloss gefühlt einige Kilometer länger bis hin zur Abfahrt, aber auch das meisterten wir ohne Probleme. In Gernsbach kauften wir noch Getränke für den abend und rollten die letzten Kilometer aus.
Durch diese Extra-Schleife standen doch wieder mehr als 140 km auf dem Tacho, zwar weniger Höhenmeter als am Vortag, doch weniger anstrengend war es vor allem durch den Regen nicht. Jetzt hieß es ausruhen für die Königsetappe am dritten Tag! Die steilsten und härtesten Brocken sollten erst noch kommen! (Bericht: snowbenji) | Tagesdaten | | Startzeit
| 10:08 Uhr
| | Distanz | 144 km
| Stundenmittel
| 25,98 km/h
| | Top Speed | 80,14 km/h
| Kummulierter Aufstieg
| 2630 Hm | Wetter/Ø Temp.
| bewölkt/kurzer Schauer/18°C |
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