| Benni |
Meine Familie kann kaum glauben, dass ich so oft es geht auf dem Rennrad sitze und meine Kilometer abspule. Als Kind sah meine Fahrradbegeisterung nämlich ganz anders aus. Wie auch das Schwimmen lernte ich das Fahrradfahren sehr spät und schwerlich. Eine wirkliche Begeisterung kam als Kind noch nicht auf. Wie auch Jens wurde ich als Kind in einen Fußballverein (TS Ober-Roden) gesteckt und musste kicken und trainieren. Im Training war alles bestens, ich war motiviert und hatte einen harten Schuss. Nur im Spiel merkte man, dass Fußball wirklich nichts für mich ist, wollte ich doch nicht den Ball haben und Kopfbälle fielen sowieso aus. Rechtzeitig hörte ich mit Fußball auf und widmete mich anderen Sportarten. Tennis spielte ich auch schon recht früh bis irgendwann die Medenspiele begannen. An 6-8 Sonntagen im Sommer ging es mit der Mannschaft um den Sieg. Das hat mir Spass gemacht, auch wenn ich sehr aggressiv werde und selten die Nerven behalte. Auch heute noch wird der Ball vertroschen, allerdings nicht mehr regelmäßig mit Training und vielleicht bald ohne Medenspiele, da es in unserem Verein einfach nicht mehr schön ist.
Der Reiz am Fahrradfahren kam durch Jens, der öfter mit seinem Bruder unterwegs war Richtung Odenwald. Irgendwann saßen wir zu dritt auf unseren klapprigen kleinen Mountainbikes und fuhren Runden mit 60km und regelmäßig unsere kurzen Speed-Ausfahrten. Dann war ich es, der sich zuerst ein schnelleres Trekkingbike zulegte. Jens wurde regelmäßig abgehängt und kaufte sich ebenfalls ein Trekkingbike. So vergrößerten wir die Runden und erkundeten den Odenwald. Ich war begeistert von diesem Sport, doch Jens schwankte zischen Basketball und Radsport. Glücklicherweise (muss man so sagen) kam Jens in seinem Verein nicht so recht weiter und das Knie mache ihm zu schaffen. 2004 kaufte ich mein erstes Rennrad mit 3-Fach, wie es sich für einen Neuling gehört. Die ersten Touren boten ein geiles Gefühl, auch wenn sich der Naken an die neue Haltung gewöhnen musste. Das Jahr 2005 musste ich fast komplett alleine radeln, Jens war einfach nicht zu begeistern. Allerdings ließ ich nicht locker und so fuhren wir 2006 wieder öfter zusammen und machten schon größere Odenwaldrunden mit vielen Steigungen und rasanten Abfahrten. Nach langer Überzeugungsarbeit entschloss sich Jens im März 2007 auch endlich zum Rennradkauf. Seit dem haben wir einiges erlebt. Ich bin froh darüber, bei dieser Sache nicht locker gelassen zu haben, denn sonst hätten wir nie so schöne und anstrengende Touren wir im Schwarzwald oder in der Schweiz erleben können. Die RSG Citybike Darmstadt hätte ich ohne ihn auch niemals kennengelernt. Mittlerweile bin ich im Besitz von einem neuen Rennrad (Cucuma Raio Team 2008), habe mit diesem auch schon Schwarzwald und die französischen Alpen erlebt und bin hoch zufrieden, vor allem mit der neuen Übersetzung. Gut ist, dass Freunde weiterhin diese Begeisterung, das ewige Strampeln und bergauf radeln, das ausgegebene Geld, etc. nicht verstehen wollen. Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um Rennradsport extrem und lebensbestimmend zu betreiben. Doch wurde man erst einmal von der Faszination gepackt, gibt es kein zurück mehr.
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